01.06 — 07.06
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Kunstkonzept

“I like to be perfectly free - more than that: perfectly lawless… When I am ill-natured I so enjoy the freedom of a hotel (..) I go to bed calmed & soothed & sleep as peacefully as a child."

Mark Twain (1872, in einem Brief an seine Ehefrau)

Kunst öffnet Horizonte und bereichert den Geist. Sie kann inspirieren, aber auch konfrontieren, provozieren und im besten Fall den Verstand schärfen. Im AMERON Frankfurt Neckarvillen Boutique ist sie im gesamten Haus zu finden. Sie trägt zur Identität des Hotels bei, stellt mehr als ein flüchtiges, dekoratives Element dar.

Das von Celena Ohmer kuratierte Kunstkonzept wurde individuell auf das Hotel und seinen Standort abgestimmt. Es bereichert die Gästezimmer mit Arbeiten von Tobias Rehberger und bespielt eigens für die Kunst geschaffene Bereiche. Für das AMERON Frankfurt Neckarvillen Boutique haben die Künstlerin Benedikte Bjerre und der Künstler Roland Burkart zwei ortsspezifische Spiegelinstallationen realisiert: den sogenannten Artist’s Room „Eternity Now“ und die Artist’s Bridge „Grid Map“.

Die beiden Künstler werfen mit ihren Werken die Frage nach unserer Vorstellung vom sinnlich erfahrbaren Raum auf. Das AMERON Frankfurt Neckarvillen Boutique, mitten im Stadtzentrum gelegen, bildet einen urbanen Mikrokosmos, der sich von der häuslichen Umgebung und Erfahrungswelt des Gastes unterscheidet. Bjerre und Burkart verstehen den Ort als „testing ground“ und nähern sich der Frage, welche intimen, persönlichen Erlebnisse ein transitorischer Ort wie ein Hotel generieren kann.

Insbesondere im digitalen Zeitalter wird durch die Selbstdarstellung in Social-Media-Plattformen wie Instagram die Suche nach Selbstvergewisserung ad absurdum geführt. Mit ihren Werken unterminieren die beiden Künstler in ihrer Herangehensweise die typischen Mechanismen der Selbstoptimierung und ermöglichen dem Betrachter stattdessen neue Sichtweisen.         

Artist’s Room: „Eternity Now“ by Benedikte Bjerre

Im Artist’s Room verwirklichte die Künstlerin Benedikte Bjerre eine Installation mit dem Titel „Eternity Now“. Die Dimensionen Raum und Zeit, die sich in einem Hotel eigentümlich zu verdichten scheinen, bringt sie hier in besonderer Weise zu Bewusstsein. Wände und Decke sind vollständig mit rubinroten Spiegeln verkleidet und schaffen so eine Multiplikation all dessen, was im Raum geschieht: Licht, Schatten, Bewegung, Stillstand und Zeitlichkeit.

Die Zeit und ihr unaufhörliches Verrinnen sind in Form einer Eule symbolisiert: Kopfüber hängt das präparierte Tier als Hüter des Zimmers im Fenster und wendet immer zur vollen Stunde seinen Kopf.

Das Hotelzimmer hat keine sichtbare Vergangenheit und Zukunft, ausschließlich das Jetzt, der Gast, seine Bewegung und der ihn umgebende Raum zählen. Mit der Farbwahl der Spiegel verweist die Künstlerin einerseits auf den Rubin, einen wertvollen Edelstein und damit auf die Historie des Gebäudes als ehemalige Bank. Andererseits werden kunst – und kulturhistorische Reminiszenzen wach. Zuvorderst ist an Arbeiten von Sylvie Fleury und Jeff Koons, Yayoi Kusama und Rosemarie Trockel oder den Filmemacher David Lynch zu denken.     

Artist’s Bridge by Roland Burkart

Zwischen Hotel und Restaurant verläuft im AMERON Frankfurt Neckarvillen Boutique die Artist’s Bridge. Diese wurde vom Architekten Roland Burkart realisiert und schwebt wie eine verglaste Passage zwischen den Gebäuden. Roland Burkart wählte diese Transitzone für seine „in situ“-Arbeit.         

Die Artist’s Bridge führt den Gast durch eine abstrakte, entrückt wirkende Welt.

Die spiegelverglaste Fläche des Innenraums ist mit einem Rastersystem – bestehend aus schwarzen Punkten – überzogen. Dieses ist angelehnt an virtuelle, hexagonale Koordinatensysteme, die das menschliche Gehirn erzeugt, um sich im Raum zu orientieren. Burkarts Arbeit lässt den Raum als eine Projektion des Gehirns erscheinen.

Der Rezipient, seine Umwelt und das Rastersystem der Spiegel-Installation werden zurückgespiegelt und verschmelzen miteinander. Der Gang durch die Passage, die in wechselnden Farben beleuchtet wird, soll den Gast für seine Umgebung und seine Wahrnehmung sensibilisieren.